Jetzt wird’s richtig unheimlich. In   dieser Talkrunde durfte das vorab   ausgewählte Publikum zu Wort kommen.   Ganz zufällig natürlich. Und mittendrin   eine Ukrainerin, die ihre Rolle in   Anführungszeichen wirklich beeindruckend   gespielt hat. Angstschüren, Check.   Emotionalisierung perfekt inszeniert.   Der öffentlichrechtliche Rundfunk hat   natürlich auch mitgedacht und ganz   spontan eine Mutter mit Tochter ins Bild   gerückt für den maximalen emotionalen   Effekt, doch der Reihe nach.

 

Auslöser   der Eskalation war die mutige Aussage   von Susanne Künze, die die aktuelle   Kriegsrorik in Deutschland, ich sage es   mal in meinen Worten, einfach nur noch   widerlich findet. Kaum hatte sie ihre   Meinung geäußert, kippte die Stimmung   und plötzlich wurde es laut im Studio,   denn ein junger Mann begann   herumzubrillen.

 

Ganz nach dem Motto, als   ob man durch Lautstärke automatisch   recht bekommt. Vor zwei Wochen hatten   wir an dieser Stelle über Milliarden   fürs Militär gesprochen und ich denke,   wir hatten auch ziemlich kritisch   nachgefragt, was dieses sogenannte   Sondervermögen für die Verteidigung   eigentlich bringt. Aber dann unmittelbar   nach der Sendung stand eine Frau aus   Leipzig neben mir und sagte: “Na, was da   diskutiert worden ist, das fand sie gar   nicht so gut.

 

Was sie genau zu   kritisieren hatte, das kann sie uns   jetzt sagen, denn ich habe sie noch mal   eingeladen und ich freue mich, dass sie   gekommen ist. Es ist eine Künste. Guten   Abend. Guten Abend. Was hat Ihnen damals   an unserer Sendung nicht gefallen? Die   war ihn irgendwie zu kriegerisch. Ja, so   kann man das sagen.

 

Also, der Titel der   Sendung war ja ähnlich wie heute   Friedenschaffen, aber wie oder es hieß,   wie geht das? Ähm im Rückblick oder   danach hatte ich eher den Eindruck, man   hätte die Sendung überschreiben können   mit ähm Verständnis für Aufrüstung   schaffen. Wie geht das? Dieses Gefühl   hat sich mir so eher aufgeträngt und ich   habe ähm es waren viele Punkte, ich habe   ihn ja sehr viele danach auch gesagt.

 

Ich habe jetzt drei Punkte noch mal, die   äh mich sehr beschäftigt haben, jetzt im   Rückblick auf diese Sendung ähm mir noch   mal kurz ein Stichpunktzettel gemacht.   Was ist es? Ja, also äh ein Punkt ist,   dass diese Kriegs   ähm ähm Tüchtigkeit immer hervorgehoben   wird. Ähm warum reden wir nicht über   Friedenstüchtigkeit? Mhm.

 

Ähm und in der letzten Sendung wurde   betont, dass ähm wir eine Position der   Stärke brauchen. Es wurde jetzt hier   schon ein bisschen wieder   zurückgenommen, ne? Aber das wurde sehr,   sehr, sehr herausgestellt und ähm das   schließt ja quasi Diplomatie schon fast   wieder aus, also wirkliche Diplomatie,   wenn wir erst diese Stärke brauchen.

 

Und   ähm   wird Ihnen zu viel über Militär, über   Krieg gesprochen und zu wenig über   Diplomatie oder findet zu wenig   Diplomatie in ihren Augen statt? Es   findet auch zu wenig Diplomatie statt.   Es wird ja ausgeschlossen für mit diesem   Gegner z.B. zu sprechen. Mit ihm wäre   nicht mehr zu verhandeln.

 

Es wird ein   Feindbild gemalt. Warum wird dieses   Feindbild gemalt, um eben diese   Kriegstüchtigkeit letztenendes bei den   Leuten auch zu erreichen, dass sie dafür   offen sind, dass man kriegstüchtig   werden dürfte? Was wünschen Sie sich?   Ein anderer Punkt ist z.B. ähm, wo man   äh eine Stärke auch haben   könnte, Sekunde kurz.

 

Wenn man soziale   Verteidigung ist, so so ein Stichpunkt   ähm soziale Verteidigung gibt’s schon   sehr lange und heißt äh eine   Wehrhaftigkeit ohne Waffen. Und wenn ich   z.B. allein an 89 zurückdenke, wo wir   mit Kerzen vor Militär und vor der   Polizei standen. Mhm. Ähm haben wir eine   große innere Stärke gespürt. Was   wünschen Sie sich jetzt, damit dieser   Krieg zu Ende geht? Was müsste getan   werden? Es müsste mehr geredet werden   und es müsste nur und ausschließlich   geredet werden und wir brauchen keine   Kriegstüchtigkeit.   Frau KZE, für den Augenblick, vielen   Dank. Natürlich ist sie in solch einer   Sendung auch aufgeregt. Dennoch vertritt   sie mit Sicherheit die Mehrheit der   Deutschen in diesem Land. Und ich   persönlich finde sie sehr mutig. Ich   habe oft den Eindruck, dass dieser   Menschen bzw. Frauentyp oftmals im Osten   zu finden ist. Am Ende der Sendung wurde   sie erneut nach ihrer Meinung gefragt,   ob diese Sendung zufriedenstellend war   und dann ist alles außer Kontrolle   geraten. So, jetzt haben wir in dieser

 

Sendung viel über Diplomatie und übers   Verhandeln gesprochen und relativ wenig,   Frau Künstel, ich gucke jetzt Sie an,   relativ wenig über ja Werbereitschaft   und Kriegswirtschaft.   Ähm, was nehmen Sie heute aus der   Sendung mit?   Also ganz spontan habe ich jetzt nur   gedacht, ähm dass sehr schnell von   manchen Seiten abgetan wird, warum   Deutschland nicht neut oder Europa nicht   neutral sein kann.

 

Je mehr neutral wären   und sich äh da raushalten würden und   nicht Öl in so ein Feuer gießen würden,   umso eher wäre insgesamt ja Frieden   möglich. Und es wird so leicht fertig   immer über über äh eben diese Kriege und   wir müssen uns verteidigen und so weiter   geredet. Und es geht dabei einfach um   Menschen.

 

Es geht immer um Menschen, die   da verheizt werden und die da sterben.   Und man tut so, als wäre das Futter, was   wir einfach   irgendwo ja wegtun können. Und ich   möchte ganz gern Frau Boxi, sie   schütteln den Kopf. Ich würde ganz gern   auch ihre Schlusswort von Ihnen hören.   Ich weiß nicht, ob wir das Mikrofon noch   schnell darüber kriegen.

 

Wir haben noch   eine Minute. Es geht tatsächlich um   Menschen und im Moment sterben die   Menschen in der Ukraine. Damit was sie   vorschlagen, wenn die wenn wenn der   Westen weiter der Ukraine nie hilft,   wird das zufolge bringen, dass die   Ukraine besetzt wird, dass die Menschen   dort gefoltert, vergewaltigt in in   Folterkeller gesteckt werden.

 

Und das   wissen wir in den besetzten Gebieten.   Sie können natürlich bei einem Straftat   zuschauen und damit werden sie zum   Mittäter.   Wenn Sie noch wollen sie noch was sagen?   Ich meine, es wurde vorhin auch schon   gesagt, dass es ein Friedensabkommen bei   Seit bei Zeiten vorgelegt wurde. Dem   wurde nicht zugestimmt.

Dieses   Blutvergießen hätte schon sehr viel eher   aufhören können und dass sich äh   Gegenparteien nicht an Vereinbarungen   gehalten haben, ne? heißt dann, man muss   so ein Frieden auch absichern, aber man   muss sich auch an Vereinbarung halten.   Die NATO wurde vorhin genannt. Wenn wenn   da nicht so viele Linien überschritten   wurden wären, dann wäre es vielleicht   auch gar nicht dazu gekommen.

 

Und ich   glaube nicht, dass das ganze die Ukraine   zerstört werden wird. Es geht um   bestimmte Gebiete und es geht um   bestimmte alte Dinge, die da   und jetzt sind wir ja wir immer mehr   immer mehr Blut rein, immer mehr Waffen   reingeben, immer mehr Geld reingeben und   das geht auf eure Menschen und das darf   nicht sein.

 

Es müssen muss viel mehr es   muss von Anfang an weniger Waffen da   reingegeben werden und es wären weniger   Menschen tot, da bin ich ganz sicher.   Mus einfach zurückziehen. Sorry, aber   das ist das leichteste.   Also das ist Putin muss raus. Das war’s.   Er hat es und dann müssen wir auch   nichts machen. Dann müssen wir auch   nichts machen.

 

Er hat es sehr schnell   vorgeschlagen. Wir können komplett   neutral bleiben, wenn Putin sich   zurückzieht, die Gebiete freigibt, die   Waffen niederlegt und sagt, ich bin   raus. So und das ist die einfachste   Lösung. Ich ich danke Ihnen, dass Sie   sich hier alle zu Wort gemeldet haben.   Wir sind am Ende ähm unserer Sendezeit   und ich ähm wir merken, diese Debatte   ist noch längst nicht zu Ende.

 

Äh und es   gibt sehr sehr unterschiedliche   Ansichten und die liegen noch sehr sehr   weit auseinander. Dennoch danke, dass   Sie sich an der Diskussion beteiligt   haben. Danke. Natürlich Putin zieht sich   ganz einfach zurück. Sorry, aber in   welcher Welt lebst du eigentlich? Fakt   ist, es geht hier nicht nur um irgendein   politisches Spiel, es geht um   Menschenleben.

 

Und zwar nicht nur in der   Ukraine, sondern auch um unsere, um die   Zukunft von uns allen. Seit über dre   Jahren herrscht dort Krieg, Zerstörung,   Leid. Und nein, es hat sich nichts   beruhigt. Im Gegenteil, die Eskalationen   nehmen zu, die Fronten verhärten sich.   Seit drei Jahren ist dort leider keine   Ruhe eingekehrt und es wird so   weitergehen, wenn Europa sich so   verhält, wie es sich verhält.