Vanessa Mai über ewigen Vergleich mit Helene Fischer: „War hart“
Trotz aller Unterstützung war der Weg nicht frei von Zweifeln. Ein früher Gesangswettbewerb in ihrer Heimatstadt wurde für sie zur Schlüsselerfahrung. „Meine Mama meldete mich einfach an. Ich war sauer, habe mich nicht getraut“, erzählt sie offen. Auf der Bühne sang sie Alicia Keys und ging enttäuscht nach Hause. „Ich hab’ Alicia Keys gesungen und war schlecht.“ Die Angst vor Bewertungen, das Gefühl des Scheiterns und die Sorge, nicht zu genügen, begleiteten sie lange. Doch Aufgeben kam für Vanessa Mai nie infrage. „Ich wollte auf die Bühne. Immer.“
Vanessa Mais Traum von der Bühne
Vanessa Mai verfolgte ihren Traum konsequent weiter, sang, tanzte und sammelte Erfahrungen – auch wenn Unsicherheit immer wieder eine Rolle spielte. „Wenn du etwas so sehr willst, dass du dir dein Leben ohne diesen Traum nicht vorstellen kannst, dann machst du einfach weiter. Dann gibt es keinen Plan B.“ Parallel absolvierte sie eine Ausbildung zur Mediengestalterin. Dazu erzählt sie im Interview gegenüber „Bild„: „Für mich war klar: Ich brauche einen Abschluss. Aber innerlich wusste ich, dass ich Künstlerin bin.“
+++ Vanessa Mai ergriffen in der „Let‘s Dance“-Weihnachtsshow: „Will mir das nicht nehmen lassen“ +++
Der Einstieg ins Musikgeschäft gelang ihr zunächst mit der Band Wolkenfrei, später wagte sie den Schritt zur Solokarriere. Den Künstlernamen „Mai“ wählte sie spontan. „Mein Familienname Mandekić war zu schwer auszusprechen. Der Name Mai war unbedarft. Ich hätte nie gedacht, dass das mal mein Markenname wird.“ Mit dem Durchbruch wuchsen allerdings auch Erwartungen und Druck, vor allem durch den ständigen Vergleich mit Helene Fischer. „Ich war für die Medien plötzlich die neue Helene. Dabei wollte ich Vanessa sein. Das war hart.“ Heute blickt sie anders darauf: „Heute sage ich: Es war ein Geschenk. Es hat mir Sichtbarkeit gegeben.“
Halt im Privaten und neuer Fokus
Privat fand Vanessa Mai ihren wichtigsten Rückhalt in Andreas Ferber, ihrem Ehemann und Manager. „Ich hab’ ihn gesehen und wusste: Das ist er.“ Für sie ist er Ruhepol, Vertrauensperson und Partner auf Augenhöhe. „Er ist mein Ruhepol. Mein bester Freund. Mein sicherer Ort.“ Dass sie privat und beruflich eng zusammenarbeiten, empfindet sie nicht als Belastung. „Für viele wäre das unvorstellbar. Für uns ist es normal.“
Mit Anfang 30 blickt die Sängerin heute gelassener auf sich selbst und ihre Karriere. Im „Bild„-Interview sagt sie: „Ich bin jetzt 33. Und wenn ich 22-Jährige sehe, denke ich: Wow. Zehn Jahre jünger.“ Vergleiche mit anderen Stars verlieren an Bedeutung, stattdessen rückt die eigene Entwicklung in den Mittelpunkt. „Ich bin keine 20 mehr. Und ich merke: Ich will noch mehr ich selbst sein.“
Heimat bleibt für sie Backnang. Dort findet sie Erdung – vollkommen fernab vom Alltagslärm. „Nach all dem Trubel ist es schön, heimzukommen.“ Auch musikalisch sucht Vanessa Mai heute mehr Tiefe. „Ich spüre, dass ich wieder mehr Wärme möchte. Mehr Tiefe. Weniger Glitzer. Weniger Lautstärke.“ Ihr aktuelles Album versteht sie als Rückbesinnung auf ihre Anfänge. „Darauf ist wieder das Mädchen von früher zu hören.“ Vanessa Mai ist zwar noch lange nicht an ihrem Ziel angekommen, aber den Weg zu sich selber hat sie bereits gefunden.
;
; ;