Verurteilt wegen Frieden? Dieter Hallervorden rechnet gnadenlos mit der Politik ab und schockiert mit Aufruf zur Wehrdienstverweigerung

Verurteilt wegen Frieden? Dieter Hallervorden rechnet gnadenlos mit der Politik ab und schockiert mit Aufruf zur Wehrdienstverweigerung

Berlin/München – Es sind Worte, die wie Peitschenhiebe durch die politische Landschaft der Bundesrepublik hallen. Dieter Hallervorden, einst als der tollpatschige „Didi“ das Zwerchfell der Nation massierte, hat sich längst zu einer der lautesten, unbequemsten und polarisierendsten Stimmen des Landes gewandelt. In einer Zeit, in der Konformismus oft als Tugend gilt, wagt der 90-Jährige das, was viele sich nicht mehr trauen: Er spricht aus, was er denkt – ohne Filter, ohne Rücksicht auf Verluste und mit einer emotionalen Wucht, die Freund und Feind gleichermaßen erschüttert.

In seiner jüngsten, aufsehenerregenden Stellungnahme blickt Hallervorden auf ein Jahr zurück, das für ihn persönlich, aber auch für die Welt, von Turbulenzen geprägt war. Er teilt aus gegen die „Regierungskonformität“ der Presse, die Heuchelei der Politik und die verheerende Kriegslogik, die die Welt in den Abgrund zu reißen droht. Doch am brisantesten ist sein direkter Appell an die deutsche Jugend – ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam, der an Radikalität kaum zu überbieten ist.

Der Preis der Wahrheit: „Auf die Schnauze bekommen“

„Muss man einfach seine Stimme erheben, ohne Rücksicht auf persönliche oder berufliche Vor- oder Nachteile?“ Diese rhetorische Frage stellt Hallervorden an den Anfang seiner Abrechnung. Für ihn ist die Antwort klar: Ja, man muss. Doch der Preis dafür ist hoch. Der Schauspieler berichtet unverblümt davon, wie er von Politikern und speziell der Presse „ordentlich auf die Schnauze bekommen“ hat.

Besonders schmerzhaft seien die Angriffe aus den Reihen der CDU gewesen – einer Partei, die er, wie er mit beißender Ironie anmerkt, eigentlich „besonders gerne mag“. Man habe ihm unterstellt, er habe „Honig im Kopf“ – eine perfide Anspielung auf seinen Erfolgsfilm über Demenz – oder sei schlichtweg senil geworden. Für Hallervorden ist dies jedoch kein Zeichen eigener Schwäche, sondern ein Armutszeugnis seiner Kritiker. „Das ist eben die Art und Weise, wie bestimmte Kreise glauben, bestimmte Leute schützen zu müssen“, analysiert er scharf. Wer nicht dem Mainstream folge, werde als „alter weißer Mann“ diffamiert. Doch diese Etiketten prallen an ihm ab. Sein Gewissen, so betont er, sei ihm wichtiger als der Applaus der Mächtigen.

Gaza: Der „Kinderfriedhof“ und die späte Einsicht

Ein zentraler Punkt seiner Kritik bleibt der Krieg in Gaza. Bereits im April 2024 hatte Hallervorden für einen Aufschrei gesorgt, als er das Vorgehen Israels als „Völkermord“ bezeichnete. Damals, so erinnert er sich, galt noch die Doktrin der „uneingeschränkten Solidarität“. Hallervorden brach dieses Tabu. „Selbst wenn man mit denen befreundet ist, gerade Freunden gegenüber ist man verpflichtet, sie auf Fehler hinzuweisen“, verteidigt er seine Haltung.

Er spricht von Gaza als einem „Kinderfriedhof“, dessen Bilder ihn nachts nicht schlafen lassen. Dass Politiker nun, über ein Jahr später, langsam zu ähnlichen Einschätzungen gelangen, erfüllt ihn mit einer bitteren Genugtuung: „Sie da, im Juni 25, ein Jahr später, sind sie alle der gleichen Meinung. Ich lerne anscheinend schneller, aber ich bin gerne Erster.“ Es ist dieser Trotz, der ihn antreibt. Für ihn ist es eine moralische Verpflichtung, sich an die Seite der Opfer zu stellen, wenn „Diktatoren und Kriegssponsoren so verächtliche Dinge tun“.

Die NATO, Russland und die verdrängte Schuldfrage

Nicht minder kontrovers sind Hallervordens Ansichten zum Ukraine-Krieg. Er gibt offen zu, seine Meinung revidiert zu haben. Anfänglich habe auch er allein Putin als den Verbrecher gesehen, der ein souveränes Land überfallen hat. Doch wer Frieden wolle, müsse den Mut haben, sich besser zu informieren. Hallervordens Analyse ist eine scharfe Anklage gegen den Westen: Die NATO-Osterweiterung sei ein gebrochenes Versprechen gegenüber Gorbatschow und Jelzin gewesen.

„Wenn man natürlich die NATO ranschiebt bis an Russlands Grenzen und dazu noch Atomwaffen in der Bundesrepublik stationiert, die ja letzten Endes Russland bedrohen“, argumentiert er, dann müsse man auch die russischen Sicherheitsinteressen verstehen. Besonders kritisch sieht er die Rolle der USA, die seiner Meinung nach ein zynisches Spiel treiben, bei dem Europa das Schlachtfeld wäre. „Wir würden nämlich die Raketen, die aus Russland kommen, abkriegen, nicht die Amerikaner.“ Die NATO ist für ihn in diesem Kontext ein Instrument des Vertrauensbruchs, nicht der Sicherheit.

Ein Traum von Gerechtigkeit: Politiker an die Front!

In Anlehnung an Martin Luther King Jr. entwirft Hallervorden ein Szenario, das die Absurdität der modernen Diplomatie entlarven soll. Er träumt von einer Abstimmung in den Vereinten Nationen. Zuerst würden wohl alle heuchlerisch für den Frieden stimmen. Doch beim zweiten Antrag – der sofortigen Einstellung aller Rüstungsproduktionen und Waffenexporte – würde sich die Spreu vom Weizen trennen.

Seine Schlussfolgerung ist so einfach wie radikal: Diejenigen, die Frieden predigen, aber für Aufrüstung stimmen, sollten „persönlich verpflichtet werden, in ihrem Krieg selber einzurücken, und zwar an voller Front“. Es ist eine Abrechnung mit den „Schreibtischtätern“ und Profiteuren, die an den Kriegen in der Ukraine und in Gaza „Mördergewinne“ machen, während andere sterben. „Denen da oben die rote Karte zeigen“, fordert er leidenschaftlich.

Der Skandal-Aufruf: Klopapier statt Wehrpflicht

Den emotionalen Höhepunkt seiner Rede bildet jedoch sein Ratschlag an die junge Generation. Angesichts der wiederkehrenden Debatten um Wehrpflicht und Einberufung findet Hallervorden drastische Worte. Jungen Menschen, die ein Schreiben zur „freiwilligen Wehrpflicht“ erhalten, rät er zu einer Handlung, die in ihrer Bildhaftigkeit kaum misszuverstehen ist: „Geben Sie doch nach Ihrer freiwilligen Entscheidung in einem Toilettenraum dieses Schreiben einem gewissen Hinterteil zum Lesen.“

Es ist ein Aufruf zur totalen Verweigerung, garniert mit Sarkasmus und Wut. Alternativ empfiehlt er, das Antwortschreiben an „Pistorius und Konsorten“ mit einem Zitat des französischen Pazifisten Boris Vian zu versehen: „Ach ihr seid fürs Blutvergießen? Ja dann lasst das Eure fließen.“ Damit stellt er sich frontal gegen die Rekrutierungsbemühungen der Bundeswehr und fordert die Jugend auf, sich nicht als Kanonenfutter missbrauchen zu lassen.

Fazit: Ein verbaler Feuerlöscher in brennender Zeit

Dieter Hallervorden ist sich seiner Rolle bewusst. Er weiß, dass er aneckt, dass er provoziert und dass er viele gegen sich aufbringt. Doch in einer Welt, in der es „überall knistert und brodelt und brennt“, sieht er sich als „verbalen Feuerlöscher“.

Sein Plädoyer für die Meinungsfreiheit ist eindringlich. Sie sei ein zartes Pflänzchen, das verkümmere, wenn man es nicht pflege. Hallervorden will Spuren hinterlassen, er will, dass sein Leben keine Generalprobe war, sondern ein echtes Stück gelebter Verantwortung. Ob man ihm inhaltlich zustimmt oder seine Thesen als gefährliche Vereinfachung ablehnt – eines kann man ihm nicht absprechen: Den Mut, in einer Zeit des konformen Schweigens laut zu schreien. Seine Worte sind ein Stachel im Fleisch der Bequemlichkeit, und genau das macht sie so ungemein wichtig. Es geht nicht mehr um Comedy, es geht um das Gewissen einer Nation.

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